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Mehr Usability für Webseiten, bitte

In heutigen Zeiten kann ich wirklich nicht verstehen, warum so viele gute Ideen und die damit verbundenen Webseiten mit so schlechter Usability an den Start gehen. Gerade jetzt, wo eine Idee sehr schnell Nacharmer findet entscheidet die Bedienbarkeit bzw. Gebrauchstauglichkeit einer Webseite ungemein. Das gilt auch für bereits eingestaubte und längst obsolete Webseiten, die im Zeitalter von dynamischem Content & AJAX dringend mal überarbeitet werden sollten. Nachfolgend ein paar Beispiele, wie der Usability einer Webseite ohne viel Kosten und mit sehr einfachen Mitteln auf den Zahn gefühlt werden kann. Anspruch dabei: Schnell und unkompliziert ein möglichst nützliches Ergebnis erzielen.

Zeige Deine Ideen frühzeitig anderen

Website-Designer lernen, ihre Konzepte und Ideen anderen Menschen zu präsentieren – dieser Schritt hilft schon frühzeitig, gemachte Fehler zu korrigieren und entsprechend der Vorlieben anderer Benutzer einzugehen. Hierbei werden aber oft zwei Fehler gemacht:  1) Es werden meist die Mitarbeiter aus dem gleichen Projekt gefragt. Hier fehlt der externe Blick. Am besten sollte jemand in die Feedback-Schleife eingebunden werden, der bislang mit dem Projekt nichts gemeinsames verbindet (Kleine Anmerkung aus eigener, schmerzlicher Erfahrung: Ein NDA hilft hier, nicht Ideen ungewollt zu verlieren). 2) Es wird oft vergessen, sämtliches Feedback auch nachvollziehbar zu Protokollieren.

Usability-Tests bitte dokumentieren!

Man kann unheimlich viel Geld für Usability-Tests und Studien ausgeben, aber es geht auch wirklich einfacher, schneller und vorallem billiger: Die Internetaffinen Personen im Unternehmen, die mit HTML-Code wirklich garnichts zu tun haben, (Finance, Sales) sind ein tolles Testpublikum. Nichtkommerziell sind all die vertrauenswürdigen (siehe NDA) Freunde und/oder Verwanten gerade recht. Das iPhone oder ein anderes Aufnahmegerät zur Hand, ab vor die Kiste und “Laut Denken” lassen… Die Aufzeichnungen sollten nach dem ersten Korrekturmaßnahmen erneut durchgehört werden. Der Versuch, gesagtes/gehörtes mal aus anderer Brille zu betrachten hilft, eben dieses Wort auch zu verstehen. Vielleicht sind die anderen Ansichten doch nicht so schlecht?

Also ein Test, ein test. Welcher Test denn?

Es gibt verschiedene Methoden dazu, sich eine Meinung zum Thema Bedinbarkeit einzuholen, und Google kennt eine Menge Antworten dazu. Wichtig bei Usability-Tests ist eine Reihe von Fragen zu klären, die wir aus dem eigenen Surfverhalten eigentlich schon kennen: Was macht die Webseite, und wie funktioniert das? Genau abgestimmt hierauf sollten auch die kurzen Tests aussehen. Kleiner Tipp: Für viele Nicht-Usability-Experten oder Website-Kreatoren sind die üblichen Usability-Tests von ca. 45 Minuten pro Session einfach zu langweilig, fünf Minuten der kostbaren Zeit sollten vollkommen langen. Zudem sollte man darauf achten eine Meinung einzuholen, und diese nicht auszudiskutieren. Gute Ergebnisse erzielt man also, wenn man seinem Testpublikum hier entgegenkommt, und nicht uninteressant wird.

Die Frage nach dem Sinn und Zweck einer Seite kann in einem kurzen Testverfahren klären: Im 5-Sekunden-Test wird dem Tester die Webseite für 5 Sekunden gezeigt, danach ausgeblendet. Hinterher soll die Frage “Was kann man mit dieser Webseite machen” beantwortet werden.

Zweite Frage nach der Funktion erfolgt am schnellsten über eine Klickpfadanalyse. Bei diesem Test wird das Klickverhalten analysiert (…), und anhand dessen der Benutzerstrom gemessen. Für Firefox gibt es ein Plugin, das diese Aufgabe übernehmen kann.

Ausreichend Schleifen. Bitte.

Zufrieden mit dem Fortschritt nach dem ersten Test? Bitte nicht ausruhen und aufhören: Die gewonnenen Erkenntnisse und daraus resultierenden Änderungen einem anderen Zielpublikum präsentieren, und neue Erkenntnisse sammeln. Wichtig dabei ist, alles zum Thema innerhalb der Projektgruppe besprechen. Wenn nur eine Person alleine an den Änderungen arbeitet, wandert diese schnell wieder in die befangene Rolle zurück, wird also subjektiv und nicht objektiv. Kennen wir alle, muss man eigentlich auch nicht mehr drüber reden. Klar, nur in größeren Projekten möglich.

Wars das jetzt?

Nein. Das sind nur ganz kleine Beispiele, die schon dabei helfen könnten das Netz bedienbarer und somit schöner zu machen. Ich kann und möchte nicht vollends auf Nutzbarkeitsstudien und der Thematik eingehen, sondern nur ganz schnelle Beispiele nennen, die wirklich jeder durchführen kann. Natürlich Projektabhängig, aber durchaus für alle Interessant, die eine Webseite anbieten möchten die von anderen Nutzern auch bedient werden soll.

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