Tablets sind Steinalt – und braucht kein Mensch
Noch ein paar Tage, dann wissen wir ob Apple wirklich an einem “iSlate” arbeitet, und ich hoffe ja nicht – und stehe mit dieser Meinung nicht ganz alleine da. Für mich persönlich erschließt sich in den nächsten zwei bis fünf Jahren kein Grund und Anwendungsgebiet, warum wir unser Interaktionsverhalten nun jetzt umstellen sollten, und mein HCI-Studium bestätigt dies durchaus.
Ein paar Gedanken dazu:
Alleine aus ergonomischen Gesichtspunkten weiss ich nicht, ob es so praktikabel ist ein wohl doch annähernd schweres Gerät länger als fünf Minuten in der Hand mit gebeugtem Arm vor mir zu halten. Aus diesem Grunde sind die industriell eingesetzten Tablets bisher auch oft mit einem Schultergurt oder einem speziellen Tragegriff ausgerüstet.
Außerdem weiss ich als Whiteboardschreiberling, dass dauerhaft angehobene Arme schon schnell ermüden können, und hier halte ich lediglich einen Marker in der Hand. Anderes Beispiel: Wii – Wir haben doch sicherlich alle schon mal an der Wii etwas länger den Stick in der Hand gehalten, und mit gebeugtem Arm gespielt. Ich mag nicht an die Dateneingabe denken: Wenn ich mir vorstellen muss einen längeren Text an einer Bildschirm-Touch-Tastatur eingeben zu müssen, werden meine Finger jetzt schon müde…
Die Lichtverhältnisse spielen für mich zudem eine Rolle: So gehe ich davon aus, das bei einem größeren Display durchaus Tageslicht zu einem größeren Feind wird, als es bei kleineren Geräten wie beispielsweise dem iPhone der Fall ist.
Außerdem ergibt sich für mich auch das Problem der Privatsphäre in der Öffentlichkeit: Will ich wirklich dass sich in meiner Nähe befindlichen Personen so auf den Tablet schauen können? Ich persönlich habe ja schon Probleme damit im ICE am Gangplatz mein Notebook aufzuklappen, weil die Person auf entgegengesetzter Gangseite hinter mir mühelos mitlesen kann, was ich mache.
Für einen Benutzer wie mich ist zudem Fragilität ein echtes Thema: Es hat nur wenige Tage gedauert, als die erste kleinen Kratzer auf meinem iPhone waren. Fast nicht wahrnehmbar dank hochwertigem Glas, aber dennoch vorhanden. Bei einem solchen Gerät wird das schwer werden, diese Nutzungsspuren in einem erträglichen und nicht wahrnehmbaren Maß zu halten.
Aller Wirbel hin oder her, Apple bringt somit gewollt oder nicht jede Menge Schwung in die Table-Welt, und das kann nur gut für die Weiterentwicklung sein. Während meiner Informatikausbildung in 1999 hatten wir schon Tablets in der Hand, die meiner Meinung nach auch für dein Einsatzgrund tolle Geräte darstellten (KFZ-Gutachter die anhand von Formularen und Karosserieschablonen Schäden dokumentierten). Ich persönlich brauche keinen Tablet, ich nutze mein iPhone für unterwegs, und auf der Couch mag ich lieber mein MacBook inklusive Tastatur. Daran sind meine Finger gewöhnt.
Kommentare geschlossen.
vor 7 Monaten
Ich kann auch nicht verstehen, wo hier der Mehrwert drin liege soll. Allerdings befürchte ich, dass Apple es wieder schaffen wird jedem Konsumenten einzureden, dass er genau dies benötigt. Anschließend werden wir uns fragen, wie wir all die Jahre ohne Tablet überlebt haben…
Letztens habe ich zwei Leute getroffen, die sich auf jeden Fall einen Tablet (natürlich nur von Apple) besorgen werden. Gründe: Für das bißchen Internet und Computerzeug, was sie zu Hause machen benötigen sie keinen vollwertigen Rechner. Mmmmh…